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  • AutorenbildMisan Kinesiologie

Nach einem Verlust


Angst vor intensiven Gefühlen und Emotionen

Angst die eigene Verletzlichkeit wahrzunehmen

Angst vor der Reaktion aus dem Umfeld

Angst Veränderungen meistern zu können

Angst nicht mehr zu funktionieren, anders zu sein

Angst vor der Zukunft

 

Wir leben in einer schnellen Welt, wo Leistung und Anpassung starke Spuren hinterlassen.

Dabei verlieren wir oft die Bindung zu uns selbst. Eine Bindung, welche uns führt und stärkt.


Ohne diese Verbindung, fällt es uns schwer die eigenen Bedürfnisse klarer wahrzunehmen und für uns einzustehen.

Um trotzdem dabei die nötige Stabilität und Sicherheit für uns wahren zu können, orientieren wir uns oft an unsere äusseren Umständen.



Doch was passiert nun, wenn im Außen diese Stabilität und Sicherheit ebenfalls verloren geht?




zum Beispiel


durch eine Veränderung

dem Verlust eines geliebten Menschen

plötzliche gesundheitliche Probleme

eine Trennung

ein Jobverlust


Wir verlieren unser Fundament und ohne die Bindung zu uns selbst, verlieren wir ebenfalls den Boden unter den Füssen.




In solchen Situationen kann nun ein gesunder Prozess wo Schmerz, Scham, Verlust oder Trauer bearbeitet werden, oft überfordernd wirken und Angst machen.


Durch unsere Anpassung an eine schnelle und leistungsorientierte Welt verspüren wir den Drang, diesen Umstand rasch möglichst kontrollieren zu wollen.

Kontrolle bedeutet für den Verstand Sicherheit. Wir erschaffen ein neues Fundament das uns wieder Sicherheit und Stabilität gibt.



Doch was nützt uns ein schnell erstelltes, neues Fundament, wenn die Beschaffung des Bodens noch rissig und rutschig ist?



Ein Fundament auf einem nicht soliden Boden gerät immer wieder ins Schwanken. Es kann sogar beschädigt werden.


Um das Fundament dabei halten zu können, verbrauchen wir sehr viel Energie.

Es entsteht ein Energieverlust, welcher uns erschöpft.

Uns fehlen dann der Mut und die Kraft genauer hinzuschauen, um zu Erkennen was wir wirklich brauchen.





Die Wunden und der Schmerz sind immer noch da. Wir spüren es körperlich und seelisch.


Dahinter stecken Gefühle und Bedürfnisse, welche noch nicht ganz bewusst betrachtet wurden.



Ein Verlust und die damit verbundenen Veränderungen durchleben wir nicht nur über den Verstand.


Der Trauer-und Verarbeitungsprozess fordert uns auf


alles zu fühlen

Schmerz und Sehnsüchte auszuhalten

Ängste und Bedürfnisse wahrzunehmen

die Kontrolle über die Situation loszulassen

unsere Verletzlichkeit zuzulassen

uns fallen zu lassen


In der heutigen Zeit haben viele von uns nicht gelernt sich Raum und Zeit zu geben um zu trauern. Geduldig den Gefühlen und Bedürfnissen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken ist ungewohnt.

Wie der Verstand, gehören Gefühle, Emotionen und körperliche Empfindungen ebenfalls zu unseren Stärken. Sie sind der Leitfaden, um uns in Krisen, bei Verlusten und in der Trauer zu führen.


Intensive Gefühle, Schmerzen und Wunden brauchen Raum und Zeit für die Heilung.


Du bist es dir wert dir diese Zeit zu nehmen.


Erst dann kann ein ganzheitliches auf solidem Boden erstelltes neues Fundament erschaffen werden.


Liebs Grüessli

Miriam

 

Ein paar persönliche Zeilen dazu


Als ich plötzlich vor 2 Jahren die Diagnose Alopecia universalis (gesamter Haarausfall) erhielt, hing ich ebenfalls in einer solchen Schlaufe. Bewusst zu trauern, Schmerz auszuhalten, meinen Körper zu akzeptieren und den Gefühlen und Emotionen ihren Raum zu geben, erlaubte ich mir nicht.

Ich gab mir nicht die nötige Zeit stehen zu bleiben, wahrzunehmen was gerade mit mir passiert.

Mir zu erlauben gebrochen und verletzt zu sein, kannte ich nicht.


Ich war darauf eingestellt trotz diesem körperlichen Verlust weiter im Job, für Familie und in der Ausbildung funktionieren zu müssen.

Ich verbrauchte ganz viel Energie, um Kontrolle und Stärke nach aussen zu zeigen.

Meine therapeutischen Sitzungen nutzte ich am Anfang, um mich und meine Einstellung aufrecht erhalten zu können. Klar arbeitete ich an der Ursache des Verlustes. Jedoch wollte ich in erste Linie einfach weiter funktionieren.

Was natürlich nicht die stimmigste Lösung war.

Ich hatte einen sehr hohen Anspruch an mich selbst.


Denn als Therapeutin kenne ich viele Bearbeitungstechniken und stützende Möglichkeiten, um solche Herausforderungen zu meistern.

Doch ich war noch nicht bereit. Mein Verstand war zu dominant und mein Herz zu verletzt.

Erst durch meine totale Erschöpfung blieb mir nichts anderes übrig, als mich fallen zu lassen.

Dank dieser Erfahrung war es mir nun möglich, bewusst zu trauern.

Geduldig lies ich all meinen Gefühlen ihren Raum. Dabei wurde die Verbindung zu mir spürbar stärker und klarer. Mein Energiehaushalt konnte sich nun endlich wieder erholen.

Mein Verstand wurde leiser und mein Herz durfte heilen.

Es begann eine intensive und lehrereiche Reise, welche mich in meiner Bestimmung stärkte.


Sich zu spüren und dabei wahrzunehmen was ich gerade in dieser Situation brauche, ist für mich mein wertvollstes Werkzeug. Es unterstützt und stärkt mich, Veränderungen und Prozesse geduldig und liebevoll anzunehmen.




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